Über die Gemeinde
Zur Geschichte der Gemeinde
Die ersten 100 Jahre...

1830 – 1845

Nach der Erbohrung der Thermalsolequelle durch den Berghauptmann Freiherr v. Oeynhausen entsteht allmählich ein Badebetrieb.

1851/1852

Erste katholische Gottesdienste für die Kurgäste unter der Leitung von Dechant Bernhard Heising aus Herford

1857

Seine Majestät Friedrich Wilhelm IV veranlasst den Bau einer evangelischen und einer katholischen Kirche im Lieblingsbad der Hohenzollern. Selbst die Bauplätze soll er ‚allerhöchst selbst’ auf königlichem Badterritorium ausgesucht und 30.000 Taler für die Erbauung gestiftet haben.

1861

Die Gemeinde wird selbständige Missionspfarre (bisher zu Herford gehörend), zu der der Badeort Oeynhausen, Rehme, das Kirchdorf Gohfeld, die Bauernschaften Jöllenbeck, Deppenbrock, Melbergen und Wulferdingsen gehören. Vikar Clemens Schulte wird erster Missionspfarrer für 72 Gemeindemitglieder.

1871

Alte Postkarte mit der Kirche v. 1871 Quelle: Stadtarchiv Bad Oeynhausen
Nach zähen Verhandlungen in Berlin und den Verzögerungen durch die deutsch-französischen Kriege von 1864-66 und 1870-71 kann nach den Plänen des berühmten Berliner Architekten Friedrich August Stüler, (1800-1865, Erbauer des Neuen Museum Berlin, Schloss Schwerin, Burg Hohenzollern, Walraf-Richartz-Museum Köln u.a.mehr ) mit dem Bau der ersten katholischen Kirche im historisierenden neugotischen Stil begonnen werden.
Es entsteht ein reichverziertes, architektonisches Kleinod. Über dem kreuzförmigen Grundriss eröffnet sich ein saalartiger Kirchenraum mit polygonalem Chorschluss und einem bis heute seltenen Holzgewölbe. Das mittlere der drei Chorfenster zeigt die Schutzpatrone der Pfarrkirche, die Apostel Petrus und Paulus.

1873-1888

Erzpriester, Geistlicher Rat Monsignore Christian Gohr (1843-1931)
Unter dem Missionspfarrer und späteren Erzpriester und Monsignore Christian Gohr (1843-1931) werden das heutige Pfarrhaus und die katholische Schule, das heutige Gemeindehaus, erworben.

1888-1922

 

 

 

Pfarrer Friedrich Balkenhol (1864-1922)
Pfarrer Friedrich Balkenol (1864-1922) gründet mit Hilfe einer großzügigen privaten Spende das Bernardusheim, Westkorso 1, als von katholischen Ordensschwestern (Olper Franziskanerinnen der ewigen Anbetung) geführtes Kurheim und er veranlasst die Anerkennung der Kirchengemeinde als selbständige Pfarrei 1909.
(Unser 100jähriges Jubiläum steht also bald bevor!)

Der Pfarrbezirk umfasst nun das Stadtgebiet Bad Oeynhausen, das Amt Rehme, sowie die damalige politische Gemeinde Gohfeld mit Bischofshagen und Löhne-Bahnhof/Mahnen.

1922-1947

In der Amtszeit von Pfarrer Friedrich Dreymann (1877-1947) wird die Erweiterung der alten Kirche durch ein zusätzliches Hauptschiff mit Glockenturm verwirklicht:

1928-29

Aufgrund der größer werdenden Gemeinde und der Zunahme an Kurgästen wird die alte Kirche rasch zu klein. Die Kurverwaltung, die damalige Preußag (Preussische Bergwerks-und Hütten-AG) stellt kostenlos Bauterrain sowie einen Baukostenzuschuss von 15.000 RM zur Verfügung.

Erweiterungsbau v. 1929

Der Anbau verändert die Ausrichtung der Kirche nach Norden.
Architekt ist der Domdiozösanbaumeister Kurt Matern. Anstelle eines Hochaltars ziert die Nordseite ein monumentales Fresco des Emmericher Malers Gerd Terhorst, der auch die Bildtafeln des Kreuzwegs (heute in der Unterkirche zu sehen) fertigt.

 

Pfarrer Dreymann versteht es, die Gemeinde in der schweren Zeit von

Kirchenschiff von 1928/29
1933-1945 vor Ungemach durch die Schergen des Nationalsozialismus zu bewahren, die u.a. 1938 die kath. Bürgerschule schließen lassen und die Tätigkeit der kirchlichen Vereine einschränken oder ganz verbieten.
Ab 1944 füllt sich die Stadt mit Flüchtlingen und verletzten Soldaten. Bis auf die Zerstörung der Rehmer Eisenbahnbrücke, dem Angriff auf die ‚Weserhütte’ mit 225 Toten und auf den Löhner Bahnhof mit 122 Toten im Jahr 1945 bleibt das Stadtgebiet bis zum Kriegsende weitestgehend verschont, aber die Nachkriegszeit bringt große Einschnitte.

1945-1954

Die Besatzungsmächte richten in Bad Oeynhausen das Hauptquartier der Britischen Rheinarmee ein und ziehen eine Sperrzone um die Innenstadt, die von der Nordbahn bis zur Georgstraße, im Osten (Rehme) von der Reuterstraße bis zur Langen Straße in Gohfeld reicht und beschlagnahmen alles, was innerhalb dieses Bereichs liegt.
Nur am Sonntag darf ab 1946 mit strengen Auflagen Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden. Erst im September 1954 wird die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule und das Bernardusheim zurückgegeben. In einem feierlichen Gottesdienst überreicht der Principal Chaplain Blount der Royal Army in Gegenwart des damaligen Erzbischofs Dr. Lorenz Jaeger ein Dankgeschenk: Die Statue des engl. Heiligen Sir Thomas Morus (1447-1535) aus der Werkstatt der hiesigen Künstlerin Schröder-Lechner.

1948-1973

Pfarrer Karl Peters (1904-1977)
Pfarrer Karl Peters (1904-1977) führt die Gemeinde aus der schwierigen Zeit der Besatzung in die Zeit des Aufschwungs.

Die durch den Flüchtlingsstrom stark gewachsenen Gemeinden (Zählung von 1959: Bad Oeynhausen 3997, Löhne 2985 Katholiken) erhalten 1956 in Löhne als St. Laurentius eine weitere selbständige Pfarrei, in Eidinghausen entsteht mit St. Johannes Ev. eine Pfarrvikarie.

In den 60ger Jahren werden die bislang gepflegten guten Kontakte zu den evangelischen Gemeinden vertieft, indem der ökumenische Arbeitskreis und die ökumenische Bibelwoche von Pfarrer Peters, Pastor Lackner und Pastor Dr. Hartog ins Leben gerufen werden.

 

Die weiterhin steigende Zahl an Kurgästen und Gemeindemitgliedern veranlassen die Gemeindeleitung einen weiteren Kirchbau zu planen. Diese schwierige Aufgabe wird der scheidende Pfarrer Peters 1973 an seinen Nachfolger Pfarrer Franz Behler (1930-2005) übertragen, der bereits als Vikar der Gemeinde bekannt ist.

1973-1979

Pfarrer Franz Behler (1930-2005)
Neben seinem großen Engagement für die Jugendarbeit ist es der Verdienst Pfarrer Franz Behlers einen kühnen, visionären Kirchenbauplan verwirklicht zu haben, der allerdings auch zu heftigen Diskussionen in der Gemeinde führt.

Im Laufe der Planungen steht fest, dass man sich von dem erst 50 Jahre alten Erweiterungsbau trennen muss, um die ursprüngliche Form des Stüler-Baus nach Denkmalschutzvorschriften wieder herzustellen und dennoch den geforderten Platz und Kulturraum zu schaffen.
Nach den umstrittenen Plänen des Karlsruher Architekten Rainer Disse wird nun ein oktagonal angelegter und in das Gelände versenkter Neubau aus Stahlbeton errichtet. Er schließt sich fast unterirdisch an den alten Gebäudebestand an, der in die alte Form und Schönheit zurückversetzt wird.

"Das Ergebnis sind zwei Kirchen für Gott und die Gemeinde: die alte und die neue." (Zitat Behler, 1977)


Die zwei Kirchen 1977

Doch noch sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen. Gesundheitlich schwer angeschlagen muss Pfarrer Behler 1979 in den vorgezogenen Ruhestand gehen

 

 

Zeichnung der neuen und alten Kirche
Grundriss der neuen und alten Kirche
(dgs)

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