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Die Frage nach dem Sinn des Lebens

(Geistlicher Impuls aus einer PGR-Sitzung)

Wer kennt sie nicht? Die Frage nach dem Sinn des Lebens. Auf die Schnelle fällt vielen Menschen darauf keine passende Antwort ein. Sie beginnen zu philosophieren. Noch schwieriger wird es, die Frage mit nur einem Schlagwort zu beantworten. Es kommt gar nicht darauf an, eine allgemeingültige Aussage zu treffen, sondern vielmehr darauf, den ganz persönlichen Sinn des Lebens herauszufinden. Die Antwort ist erstaunlich einfach: Der Sinn des Lebens ist der, den ich ihm selber gebe. Er sollte niemals von anderen abhängig sein. 

Ich habe mir die Antwort meiner damaligen kath. Religionslehrerin zu Eigen gemacht, die in einem Interview für unsere Schülerzeitung auf eben diese Frage entgegnete: „Glaube ist der Sinn meines Lebens.“ Dieser Satz hat mich nie mehr losgelassen, der Inhalt prägt mich bis heute. 

Nicht selten stellen sich Menschen, insbesondere in einer Krisensituation, die Frage: Was ist der Sinn des Lebens, wenn wir sowieso sterben? Und genau hier setzt der christliche Glaube an. Der Apostel Paulus formuliert im 2. Kapitel seines Philipperbriefes (Phil 2, 6-11) in wenigen Sätzen die zentrale Botschaft, den Dreh- und Angelpunkt unseres Glaubens:  „Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.“ 

Die Osterfreude macht uns Christen deutlich: Der Tod ist nicht das Ende. Gott hält uns in Händen, er trägt unser Leben selbst durch den Tod hindurch. Es ist der Glaube an unsere eigene Auferstehung, an ein Leben nach dem Tod, in dem wir Jesus Christus gleich werden, ihm folgen. 

Eine Redensart besagt: Glaube kann Berge versetzen. Daraus leitet manch einer ab, dass Glaube Wunder bewirken und Unmögliches möglich machen kann. Das wäre Aberglaube! Der Glaube kann kein Unglück, keine Schicksalsschläge oder Krankheiten, auch keine Enttäuschungen verhindern. Der Glaube hat auch nicht immer eine passende Antwort in jeder Lebenslage, für jeden Kummer, für jede Sorge. Aber im Vertrauen auf Gott, auf seine Nähe trägt er durch schwierige Zeiten hindurch. Er tröstet und gibt Gewissheit, dass ich nicht tiefer fallen kann als in seine schützende Hand.  Er macht Mut, vermittelt Zuversicht und Hoffnung. Der Glaube gibt meinem Leben Stabilität. 

Kindern fällt es schwer, den Glauben zu (er)fassen, zu begreifen, zu verstehen. Wie und wo spüre ich die Nähe Gottes?  Wesentliche  Orientierung bieten die Eltern (als Vorbild), die ihre Kinder zum Glauben führen und ihnen das Christsein weitergeben, den „Glauben beibringen“, sie „im Glauben erziehen“ und ihnen Werte vermitteln. Untrennbar damit verbunden sind das tägliche Gebet und der regelmäßige Kirchbesuch. Neulich habe ich eine Unterhaltung meiner Kinder belauscht, in der es um Sterben und Tod ging.  Sie waren sich einig: „Wenn wir gestorben sind, kommen wir in den Himmel zum lieben Gott.“    Was für eine schöne kindliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod. Das ist eine Glaubenserfahrung, die mir Bestätigung und Gewissheit zugleich gibt, dass meine Kinder an „ihn“ glauben. Ich wünsche mir, dass sie die Freude am Glauben bewahren und  hoffentlich auch ihren Sinn des Lebens im Glauben finden! 

Pfingsten liegt noch nicht weit zurück: Möge der Geist Gottes in uns wirken, uns durchwehen und dadurch den Glauben vertiefen oder neu entfachen, wenn wir zweifeln. Vielleicht können auch Sie nun die Frage nach dem Sinn des Lebens ganz spontan beantworten! 

Frau Neumann-Brust